
Marathon-Aushängeschild Peter Herzog sagt „Danke & Servus“
Salzburgs schnellster Langstreckenläufer, Peter Herzog, hat vor wenigen Tagen den Rücktritt vom Leistungssport bekannt gegeben. Nach 18 Marathons und unzähligen weiteren Rennen, einer Olympia-Teilnahme und einem österreichischen Marathonrekordlauf beim London Marathon 2020, endet „eine unglaubliche Reise mit vielen unvergesslichen Momenten“. Ein emotionaler Höhepunkt seiner Karriere war der Sieg beim Salzburg Marathon 2024.
Die Wege von Salzburgs Nummer eins im Marathon und Salzburgs Nummer eins bei den Laufevents kreuzten sich in den vergangenen Jahren naturgemäß regelmäßig. In der Mozartstadt lernte Peter Herzog die faszinierende Atmosphäre eines internationalen Laufevents kennen. Hier genoss er die Unterstützung und Anerkennung seines Heimpublikums. Hier erfuhr er die Emotionen eines Marathonsiegs. „Es ist etwas Besonderes, zum ersten Mal einen Marathon zu gewinnen. Und noch dazu bei dieser genialen Stimmung hier zu Hause“, sagte der Leoganger am 12. Mai 2024 wenige Sekunden nach der Zielankunft. Hier, am Ort eines seiner emotionalsten Marathon-Momente, wird er auch zukünftig als Hobbyläufer seines Spuren hinterlassen. Mit dem Erbe einer gelungenen Karriere als Spitzensportler.
Rücktritt vom Leistungssport
Diese ist seit wenigen Tagen offiziell vorbei: „Der Punkt ist gekommen, an dem ein gesundes Gleichgewicht zwischen Training und Familienleben mit zwei kleinen Kindern für mich nicht mehr gegeben ist. Ebenso wurde in den letzten Momenten mein eigener Schatten in Bezug auf Leistungen immer größer – den eigenen Ansprüchen konnte ich immer schwerer gerecht werden. Die Liebe zum Laufsport bleibt, doch die einstige Leichtigkeit ist verloren gegangen“, formulierte Peter Herzog nicht ohne Wehmut am vergangenen Freitag auf Instagram. Zehn Jahre lang, einige davon als Profi, betrieb der Quereinsteiger und ehemalige Trial-Biker sowie Triathlet den Laufsport intensiv und erlebte fantastische Momente mit unglaublichen Begegnungen und beeindruckenden Erfolgen.

Lauffestspiele aus vielen Perspektiven
Viele dieser emotionalen Augenblicke und Erlebnisse sind mit dem Salzburg Marathon verbunden. Unvergessen bleibt der hochemotionale Zieleinlauf vor eineinhalb Jahren, als Herzog als (damals) erst zweiter Salzburger den Heim-Marathon gewinnen konnte. Erste Erfahrungen mit den Lauffestspielen der Mozartstadt machte der Pinzgauer schon elf Jahre zuvor, damals noch als Hobbyläufer. Nach zwei zweiten Plätzen, unter anderem hinter dem jungen Manuel Innerhofer, lief er 2016 als Sieger des 10km-Laufs in das damalige Ziel am Residenzplatz.
In den folgenden Jahren übernahm Herzog etliche Rollen im Rahmen der Lauffestspiele: Vom Promistaffelläufer, über Tempomacher und Fahrradbegleiter für die Marathonsiegerin bis hin zum Marathon-Sieger. Zum Versuch, den Salzburg Marathon im Duell mit Lukas Hollaus ein zweites Mal zu gewinnen, kam es im vergangenen Mai aufgrund einer Erkältung wenige Tage zuvor nicht mehr.



Österreichischer Rekord
Seine Sternstunde erlebte Peter Herzog beim London Marathon 2020. Im komplexen Kontext der Pandemie fand der damalige Event als reines Eliterennen auf einem Rundkurs im St. James Park statt. Bei schlechten Wetterbedingungen mit Wind und anhaltendem, starken Regen gelang dem Pinzgauer sein bester Marathon. Mit einer Zeit von 2:10:06 Stunden verbesserte er den damaligen österreichischen Rekord und hielt ihn viereinhalb Jahre. „Dieser Moment bleibt für immer!“
Herzog hält heute fünf der acht schnellsten Marathonläufe der österreichischen Geschichte. Beim Berlin Marathon 2019, sein erster unter Trainer Johannes Langer, qualifizierte er sich mit einer satten neuen persönlichen Bestleistung für die Olympischen Spiele 2020. Aufgrund der Pandemie ein Jahr verspätet und unter besonderen Voraussetzungen in Sapporo durchgeführt, beendete der Salzburger einen aufgrund der Bedingungen mit hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit harten Olympischen Marathon.
Von da an machten dem Salzburger immer wieder Verletzungen und Erkrankungen zu schaffen und erlaubten selten strukturierte Vorbereitungen. Ein beachtliches Herbsthoch gelang ihm 2024 wenige Monate nach dem Salzburg-Sieg, wo er in Berlin und Valencia noch zwei Marathons in 2:12 Stunden finishen konnte. Es war das letzte Aufflackern seiner Lauf-Klasse auf den großen internationalen Bühnen.